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Potsdam und das Recht

Die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg liegt südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel und ist eingebettet in eine weitläufige Wald- und Seenlandschaft. Potsdam war lange Zeit Residenz der preußischen Könige und beherbergt dementsprechend viele historische Zeugnisse deutscher Geschichte. Die zahlreichen Schloss- und Parkanlagen zählen seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO - Schloss Sanssouci, errichtet in der Zeit Friedrichs des Großen, dürfte wohl jedem ein Begriff sein.

Für historisch nicht so bewanderte Menschen ist Potsdam heute vor allem durch die Filmstudios in Babelsberg bekannt, die mittlerweile auch für internationale Produktionen zu den ersten Anlaufadressen zählen. Juristen und Anwälte dürften aber mehr daran interessiert sein, welche Wege Recht und Rechtssprechung hier genommen haben. Drei Beispiele mögen an dieser Stelle genügen, um die Bedeutung Potsdams für die deutsche Rechtsgeschichte und die deutsche Geschichte im Allgemeinen zu belegen.

1685 erließ der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm das Edikt von Potsdam, das auch als Potsdamer Toleranzedikt bezeichnet wird. Darin gewährte er französischen Hugenotten, die wegen ihrer protestantischen Religion in Frankreich verfolgt wurden, das Recht, sich in Preußen niederzulassen. Gleichzeitig wurden den Hugenotten zahlreiche wirtschaftliche Privilegien gewährt, was dazu beitrug, die ökonomische Situation Preußens erheblich zu verbessern. Aus heutiger Sicht kann man getrost behaupten, dass dieses Edikt ein hervorragendes Zeugnis sinnvoller und erfolgreicher Einwanderungs- und Asylpolitik darstellt.

Beim zweiten Beispiel handelt es sich mehr um eine Legende als um historisch gesicherte Wahrheit. Als Friedrich der Große das Schloss Sanssouci bauen ließ, beschwerte sich ein Müller in der Nachbarschaft, dass der Schlossbau die Windzufuhr erheblich verringere, und verlangte eine Minderung des Pachtzinses. Friedrich drohte daraufhin, den Müller per königlicher Macht zu enteignen. Dieser antwortete ihm mit den geflügelten Worten, es gäbe ja noch "das Kammergericht in Berlin". Die Mühle steht bis heute - bzw. wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut - in unmittelbarer Nähe des Schlosses. In der Legende wurden mehrere Ereignisse vermischt, sie wirft aber dennoch einen Blick auf das damalige preußische Rechtssystem, das durchaus eine Klage gegen einen absolutistischen Monarchen zuließ.

Drittens: Im Sommer 1945 fand im Schloss Cecilienhof die so genannte Potsdamer Konferenz der Siegermächte USA, Großbritannien und Sowjetunion statt. Sie endete mit dem Potsdamer Abkommen, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Teilung in vier Besatzungszonen beschlossen wurde, ein Ereignis, das sich trotz Wiedervereinigung bis heute auswirkt.

Die Universität Potsdam wurde 1991 neu gegründet. Schwerpunkte der Ausbildung für Juristen und Anwälte sind Grundlagen des Rechts, internationales, Zivil- und Wirtschaftsrecht. Eine Besonderheit in Deutschland stellt die Kooperation mit der Universität in Paris-Nanterre für einen Studiengang in deutsch-französischen Rechtswissenschaften dar. Angehende Anwälteund Juristen haben hier die einzigartige Möglichkeit, ein Zusatzstudium in französischem Recht zu absolvieren, angeleitet von Gastdozenten aus Frankreich.

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